Weinwissen Europas - ein süffisanter Überblick


Europa und seine Weinländer sind permanent im Umbruch. Lesen Sie die neuesten Trends und Entwicklungen hier in dieser Übersicht.

Dänemark
In Dänemark gibt es tatsächlich über 500 Winzer. Sie kultivieren in Flachlagen Rebensorten, die besonders lichtempfindlich sind. Im Herbst werden sie gelesen, gekeltert und mit Hefe und Industriezucker versetzt. In ihren dänischen Bettenlagern warten die Winzer bis zum Frühjahr. Dann füllen sie das Getränk in Flaschen ab und nennen es Wein.

Niederlande
Die Niederlande sind bekannt für ihre Rotweine. Sie werden 12 Monate im Holzschuh ausgebaut, und den passenden Käse gibt es auch noch dazu.

Schweiz
Allein schon wegen der vielen Steillagen eignet sich die Schweiz zum Weinbau. Es werden etwa 40 % weiße und 60 Prozent rote Sorten angebaut. Dasselbe Verhältnis von Weiß zu Rot findet sich übrigens auch in der Schweizerflagge. Wenn die Reben musikalisch beschallt werden, steigt ihr Zuckergehalt nachweislich. Deshalb kommt überall in den Anbaugebieten das Alphorn zum Einsatz. Ob der Wein eines Jahrgangs gut ist, entscheidet eine Volksabstimmung. Ist er schlecht, werden Kräuterbonbons daraus gemacht. Ist er gut, trinken die Schweizer den Wein selbst und exportieren ihn nicht. Blöd.

Österreich
Die Bauern in Österreich betreiben Ackerbau und Unzucht. Manche von ihnen versuchen es auch mit Weinbau. Dabei machen sie erstaunlich gute Tropfen. Die trinken die Österreicher dann gerne bis zum Verlust der Muttersprache. Es gelingt ihnen dann kaum noch, die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen. Man nennt das einen „Gemischten Satz.“

Italien
Italien ist das Land der Liebe, und der Wein das Getränk der Liebe. Wen wundert es, dass in Italien die Männer (etwa Regierungschefs) junge Damen gerne beim Wein zu betören suchen. Aus diesem Grund wird der Weinbau in Italien vom Staat finanziell gefördert. Die jungen Damen werden übrigens auch finanziell gefördert. Das nennt man Ars Vivendi.

Frankreich
Es ist ein widerliches Klischee zu behaupten, man treffe einen Franzosen nur in Begleitung einer Rotweinflasche an. In Wirklichkeit hat er auch immer Champagner mit dabei. Nach EU-Recht ist Champagner eine „qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung“. Der Name gibt also qualifiziert darüber Auskunft, wo Champagner herkommt, nämlich aus dem Kühlschrank. Der Franzose trinkt Champagner gerne mit einer attraktiven Dame. Erfährt allerdings seine Frau davon, bringt ihn das schnell in die Bredouille. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung.

Spanien
Seit Jahrhunderten ist Spanien von einem dichten Netz von Pilgerwegen nach Santiago de Compostela durchzogen. Die Felder zwischen den Wegen nutzen die Spanier zum Weinbau. Schon seit langem ist es guter Brauch, dass die Pilger für jede ihrer Sünden einen Rebstock pflanzen. Auf diese Weise ist das größte Anbaugebiet der Welt mit rund 1,1 Mio. Hektar entstanden. Die Pilgergruppe, die in letzter Zeit die meisten Reben gepflanzt haben, sind die Nordamerikaner. Sie bereuen aufrichtig ihre Sünde, den falschen Präsidenten gewählt zu haben. Total desaster.

Luxemburg

Luxemburg verfügt über ein paar Weinberge an der Mosel und produziert fast ausschließlich Weißweine. Jeder Winzer liefert einen Teil seiner Weine an den Großherzog von Luxemburg. Daher dürfen sich alle Winzer Hoflieferanten nennen. Was sie nicht dürfen, ist ihre Weine in größere Flaschen als mit 0,75 l Inhalt abzufüllen. Diese würden über das luxemburgische Staatsgebiet hinausragen und müssten dann zumindest teilweise in den Nachbarländern versteuert werden. Daher sind auch Big-Bottle-Partys verboten.

Deutschland
Früher waren deutsche Weine entweder zu süß oder zu sauer. Dann kam das Weinwunder Deutschland. Seitdem gibt es nahezu in allen Anbaugebieten Spitzenweine. Allerdings bechern 90 % der Weintrinker in Deutschland diese Tropfen völlig gedankenlos. Die übrigen 10 % kennen sich zwar super aus mit Wein, spucken ihn aber wieder aus. Seltsam.


Ingo Konrads

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