Ich hasse Rotwein

Oh, Rotwein, ich hasse dich,
wie du da so listig funkelnd rot
mir wahre Liebe heuchelst.

Mag ich auch dürstend
und in höchster Not sein,
ich würd‘ mich weigern
dich zu trinken, Rotwein!

Im Glase gern du rosenrot bist,
doch in der Nase du nach Tod riechst,
nach Bittermandeln und Kompott,
nach Maulbeeren und Bergamott.
Herrgott noch mal, wer soll das trinken?
Das hört sich eher an wie „stinken“!

Hat man dich, Rotwein, erst im Mund,
dann wird das Ganze ungesund.
Ich bin weiß Gott nicht zimperlich,
doch Gerbstoffe sind widerlich.

Bringst Bitterkeit in meinen Rachen,
und Pelzigkeit auf mein Gebiss,
das ist nun wirklich nicht zum Lachen!
Und eines ist dann ganz gewiss:
Mag hoch dein Preis und dein Gebot sein,
ich pfeif auf dich, du blöder Rotwein! 

Man sagt, es ist der wahre Kick,
wenn man dich lagert im Barrique.
Oh, Mann! Wer denkt sich sowas aus?
Denn kommst  du aus dem Fass heraus,
kann man mit Wein dich nicht vergleichen,
dann schmeckst du einfach nur nach Eichen!

Im Knast will ich bei Wasser, Brot sein.
Das wär mir lieber noch als Rotwein. 

Doch kommst von __________* du daher,
dann stimmt das alles gar nicht mehr.
Vergiss, was immer ich hier schrieb.
Hey, Rotwein, dann hab ich dich lieb.

Ingo Konrads

(*hier bitte ein beliebiges Rotweinanbaugebiet hinzufügen)

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